Monatsarchiv: März 2012

Klassenkonferenz

Klassenkonferenz – eine ganz neue Erfahrung. Als Elternvertreterin in der Klasse meines Sohnes (7. Klasse, Sekundarschule) hatte ich neulich die Aufgabe, an einer Klassenkonferenz teilzunehmen. Mehrere Lehrkräfte, die Schulleiterin, zwei Elternvertreter, Klassensprecherin und Klassensprecher versammeln sich um einen großen Tisch und besprechen zwei „Fälle“: Junge A und Junge B haben problematisches Verhalten an den Tag gelegt (massive Störungen im Unterricht, Schlägereien etc.) und nun muss über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Junge A ist mit seiner Mutter da, hört sich schüchtern die Anschuldigungen an und versucht immer mal wieder, sich zu rechtfertigen. Die Mutter sagt : „Niemand schlägt jemanden ohne Grund.“ und: „Meine drei Töchter sind auf dem Gymnasium, den Jungen kriegen wir auch noch hin.“ Da kann ich mir vorstellen, in welchem Zwiespalt er ist. Es wird entschieden, dass er an einem Anti-Agressionstraining teilnimmt und nachmittags einen Mannschaftssport macht.

Junge B und seine Mutter sind gar nicht erst gekommen. Die Mutter hat gemeldet, dass sie krank sei und ihr Sohn sich um die kleine Schwester kümmern müsse. Er ist als ADHS-ler diagnostiziert und hat in letzter Zeit keine Lust mehr, das Ritalin zu nehmen – was ihn mir irgendwie sympathisch macht. Aber ohne das ist er für die Klasse und die Lehrkräfte eine Überforderung. Beschluss der Klassenkonferenz: Die Mutter wird nochmal aufgefordert, für ihren Sohn eine Therapiemöglichkeit zu suchen.

Mal sehen, wie es mit den beiden weitergeht…

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bildung und Lernen

Parallelgesellschaft

Ein tolles Buch, für alle, die sich mit dem Thema Integration und Schule mal auf eine leichtere Weise beschäftigen wollen: „Die Parallelklasse“ von Patrick Bauer. Leichter deswegen, weil das Buch locker-flockig zu lesen ist, die Dialoge leicht und humorig sind. Eigentlich aber auch nicht leicht, sondern kritisch, nachdenklich und manchmal traurig, weil die beschriebenen Schicksale real sind. Kleine Kursänderungen oder nur ein wenig andere Rahmenbedingungen hätten die Lebensverläufe der ehemaligen Mitschüler und Mitschülerinnen aus der Grundschule in völlig andere Bahnen bringen können. Aber nun sind sie nach 20 Jahren alle in ihren mehr oder weniger glücklichen Situationen gelandet und wenn es im Leben nicht so gut gelaufen ist, ist niemand daran schuld – außer uns allen. Lesenswert, besonders für alle Berliner und Kreuzberger, die ja irgendwie alle von irgendwoher zugezogen sind.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bildung und Lernen

Gerald Hüther kommt!

Prof. Dr. Gerald Hüther ist für mich der Godfather of Lernen und Entwicklung. Er ist Neurobiologe und schafft es, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse in das wahre Leben zu bringen und praktisch umzusetzen. Er sagt: „Im Laufe der Zeit ist für mich immer deutlicher geworden, dass es in unserer gegenwärtigen Gesellschaft nicht so sehr ein Erkenntnisproblem ist, das uns zu schaffen macht. Wir wissen längst, dass es so nicht weitergeht und dass wir etwas anders machen müssten. Aber es gelingt uns nicht. Nicht in Krankenhäusern, nicht in Schulen, nicht in Unternehmen und Organisationen, geschweige denn in der Politik.“ Also hat er sich daran gemacht, das zu ändern: http://www.gerald-huether.de/.

Am 2.4.2012 ist er in der Urania in Berlin: http://www.urania.de/programm/2012/k514/. Da gehe ich hin und bin gespannt, was er erzählt!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bildung und Lernen

Umfrage: Wie war Schule?

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bildung und Lernen